Don't call it Schicksal

Am Sonntag, dem 3. Oktober 2010 versammelten sich nach Presseangaben immerhin 50 Menschen auf dem Berliner Platz, um sich vom Bund der Vertriebenen und dem »Military Team Neumünster« an den 3. Oktober 1990 erinnern zu lassen, den Tag der, Zitat Holsteinischer Courier, »Wiedervereinigung der Bundesrepublik mit der DDR«. Ihnen sagte die Neumünstersche Ratsfrau Babette Schwede-Oldehus, CDU, in ihrer Eigenschaft als stellvertretende Stadtpräsidentin einen recht verschwurbelten Satz, den Courier-Reporter Lipovsek für die Nachwelt notierte: »Das Schicksal, das Deutsche und viele andere in der Mitte des letzten Jahrhunderts erlitten haben, trifft heute noch viele Menschen und Völker.« Welches Schicksal, fragt man sich unwillkürlich. Etwa das Schicksal, dass »Deutsche und viele andere« den Zweiten Weltkrieg verloren haben? Die meisten Menschen und Völker trifft das nicht, die betrachten dies nach wie vor als Glücksfall.

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