Mögliche Fracking-Vorhaben in Schleswig-Holstein – Auch Neumünster ist betroffen

Auch in Schleswig-Holstein, auch rund um Neumünster liegen Anträge zum »Aufsuchen von Kohlenwasserstoffen«, sprich: der Suche nach Lagerstätten von Erdgas vor, hinter denen Kritiker die Absicht vermuten, diese mit herkömmlichen Fördermethoden schwer zu fördernden Vorkommen dann mit dem umstrittenen Fracking zu erschließen.
Auch wenn unter den in Schleswig-Holstein bisher bekannt gewordenen 19 Aufsuchungs- und Förderbewilligungsanträgen noch kein expliziter Antrag auf Fracking vorliegt: Am 27. März 2013 wurde etwa bekannt, dass einer Berliner Firma vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (in Clausthal-Zellerfeld, Niedersachsen) eine Erlaubnis zum »Aufsuchen von Kohlenwasserstoffen« im Raum Schwarzenbeck erteilt wurde. Die Jusos im Kreis Herzogtum Lauenburg befürchten, dass dies der erste Schritt auf dem Weg zum Fracking ist.
Mit der Fracking-Methode sollen nach einer Schätzung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe bundesweit bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter Erdgas gewonnen werden können. Genügend Erdgas für die Deutschen für die nächsten zehn Jahre. Eine aktuelle Studie der Energy Watch Group bezweifelt das jedoch.
Mehr noch: Bei der Gasförderung mithilfe des Fracking-Verfahrens könnten die eingesetzten giftigen Stoffe ins Grundwasser gelangen, an der Oberfläche könnten sie den Boden verseuchen.
Risiken und Auswirkungen, die der Filmemacher Josh Fox in seiner 2010 entstandenen Dokumentation »Gasland« eindrucksvoll schildert. Sein Film beschäftigt sich mit den Auswirkungen der in den USA bereits häufig angewandten Tiefbohrtechnik Fracking.

Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat sich bereits im Dezember 2012 geschlossen gegen den Einsatz dieser Technologie ausgesprochen, die Landesregierung will am 3. Mai 2013 eine Bundesratsinitiative für einen Genehmigungsstopp von Erdgasgewinnung mit der Fracking-Methode starten. Ebenso soll eine Änderung des Bergrechts auf den Weg gebracht werden, um dadurch eine Mitbestimmung der betroffenen Kommunen und somit auch der Bürger vor Ort erst zu ermöglichen.
Dass die Politik in Schleswig-Holstein offiziell nicht für Fracking eintreten mag, hindert die Behörden indes nicht, Unternehmen Claims, »Erlaubnisfelder« abstecken zu lassen. Gleichzeitig wird abgewiegelt: Bewilligungen für diese Erlaubnisfelder berechtigten »noch zu keinerlei Eingriffen in den Boden – weder Bohrungen oder gar Fracking-Maßnahmen, sondern sind Konzessionen, um Konkurrenzen auszuschließen
Die Landesregierung hat ein knapp vier Megabyte großes PDF-Dokument online gestellt (Stand: 13. März 2013), auf dem sämtliche Erlaubnisfelder verzeichnet sind. Der Ausschnitt um Neumünster herum sieht so aus:

Mögliche Fracking-Gebiete
Mögliche Fracking-Gebiete

Rot umrandet sind bereit genehmigte Aufsuchungsfelder, grün umrandet sind noch nicht genehmigte Aufsuchungsfelder. Wem hier die Genehmigung zur Aufsuchung erteilt wurde/werden soll? Diese Information reichen wir alsbald nach.

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