LOVE A live im Volksbad/30.09.17 Konzertbericht

 

 
Es ist laut, es ist heiß, die Luft ist schlecht, es geht los…
Love A heißt der Act, der sich per eingängigen Gitarrensound seine Berechtigung im Genre Post Punk sucht und findet.
Love A sind: Jörkk (Gesang), Stefan (Gitarre), Dominik (Bass) und Karl (Schlagzeug).
Viele sind in den hohen Norden gekommen, teils von weit her angereist – das Volksbad vibriert, denn es ist ausverkauft. Am Nordertor gelegen ist das soziokulturelle Zentrum immer wieder Veranstaltungsort für angesagte Konzerte im kleineren Kreis und heute sind Love A zu Gast.
Als Support haben sie die Kieler Band „Kevin Pascal“ mitgebracht. Und schon bekommt das Publikum im latent aggressivem Tonfall, nach Oldschool-Hardcore-Manier, die deutschen Texte um die Ohren gehauen. Love A übernehmen dann im Anschluss gerne die aufgeheizte Stimmung. Gleich zu Beginn spielen sie Songs wie „Juri“, „Toter Winkel“ gefolgt von neuen Stücken des aktuellen Albums: Nichts ist neu
„Aber es häufen sich die Dinge die mich komplett zerstören,
weil ich bin, wer ich bin und ich weiß das muss erbärmlich klingen“
Bei „Nichts ist leicht“ ist man definitiv hin und hergerissen einfach zu tanzen oder doch fast andächtig den selbstoffenbarenden Textpassagen zu lauschen. Was macht also diese Band aus? Warum sollte man ein Konzert besuchen?
Es ist genau dieser Widerspruch der eigentlich gar keiner ist… Die interessante Mischung aus Selbstoffenbarung und tanzbaren Gitarrensound. Man wird verführt sich ständig zur Musik zu bewegen, um immer wieder Innezuhalten und zu realisieren was der Mann da vorne eigentlich singt. So ist das Leben, genau so!
Doch bevor man sich dann der Schwermut hingeben kann, bezieht der Sänger immer wieder das Publikum ein. Es ist mittlerweile sehr stickig in dem kleinen Konzertraum, aber die selbstdarstellerischen Fähigkeiten von Jörkk trösten erfolgreich über alle örtlichen Widrigkeiten hinweg. Dass er alles gibt, zeigt sich spätestens nachdem das erste Mikro durchgeschwitzt ist. Trotz allem ist der Sound fantastisch!
Die Fans bekommen eine gut gemischte Setlist aus allen Alben geboten. Aber vor allem kommen die neuen Songs sehr gut an. Es wird gefeiert und inbrünstig mitgegröhlt. Das Punk ganz klarer Bestandteil sein soll, merkt man spätestens an der Bierdusche des Sängers a la „Casualties“. Auch wenn dies dann wohl eher der Hitze geschuldet war.

„Hugh Hefner – alt aber geil – ein großes Vorbild von mir“
Gekonnt gewitzelt und mit einem Augenzwinkern trinkt man auf den Playboygründer, bevor es zügig weitergeht.
Als Zugabe gibt es Lieder wie „Treeps“, ganz klar ein Höhepunkt der aktuellen CD und „Valentinstag in Husum“. Mit der Aussicht auf das baldige Ende des Konzertes wird von der Band und den Fans nochmal alles gegeben. Das Volksbad kocht.

Es war laut, es war heiß, es war stickig … das war ein prima Love A Konzert!
Ein Dank gilt in jedem Fall den Veranstaltern, denn hier heißt ausverkauft nicht zwangsläufig zum Klaustrophobiker werden zu müssen. Es war genug Platz für alle da. Ich wünsche der Band, dass auch gelacht wird, weil sie glücklich sind, z.B. nach einen solch hervorragendem Konzert und nicht nur weil es beim Überleben hilft.
Sollte man ein Love A Konzert besuchen? – Immer und immer wieder!
Nadine Anh

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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