Nachhaltigkeit ist in aller Munde – TooGoodToGo

Essen retten, Geld sparen und die Welt verbessern – wie ein Start-up Lebensmittelverschwendung
reduzieren will…
In der EU werden jedes Jahr pro Person durchschnittlich 179 Kilogramm Lebensmittel
weggeworfen. Das macht insgesamt zirka 89 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr. Davon sind satte zehn Millionen Tonnen vermeidbare Abfälle. Viele gastronomische Betriebe haben regelmäßig überschüssiges Essen, denn Überproduktionen lassen sich oft nicht vermeiden. „TooGoodToGo“ – das ist die App, die bei der Nachhaltigkeit helfen soll. „Essen retten, Geld sparen und die Welt verbessern“, so lautet das Motto des ursprünglich aus Dänemark stammenden Konzepts und wurde 2015 von fünf Freunden in Kopenhagen gegründet. Mette Lykke leitet derzeit das Unternehmen. Das Startup ist inzwischen in neun europäischen Ländern vertreten, seit zwei Jahren auch in Deutschland. Die Nutzung dieser App ist kinderleicht. Zunächst lädt sich der interessierte Nutzer die kostenfreie App aufs Handy, nach der anschließenden Standorteingabe und bekommt er zugleich mehrere Restaurants und Partner gezeigt, die bereits bei dieser Aktion mitmachen. In Neumünster sind das beispielsweise Nordsee, Immergrün, oder die Kiss Bäckerei am Bahnhof. Einzige Beschränkung: es wird eine Abholzeit vorgegeben. Meist am Mittag oder am Abend vor Ladenschluss. Der Nutzer kauft das Essen über die App. Bezahlt wird per Paypal oder Kreditkarte. Bei Abholung bekommt er dann bis zu drei Artikel unter 4,00 Euro – ein Bruchteil vom eigentlichen Verkaufspreis.  Nordsee ist eines der Partner und beteiligt sich sogar deutschlandweit. Das Unternehmen zahlt dazu eine Jahresgebühr an „TooGoodToGo“. „Die App wird gut genutzt. Viele holen sich vor Ladenschluss noch Fischbrötchen und wir müssen weniger wegschmeißen“, freut sich Verkäuferin Michelle Hinz. Auch Immergrün in der Holsten Galerie ist dabei. Carmen Schlüter ist die Filialleitung und meint: „Unserem Unternehmen war Nachhaltigkeit schon immer wichtig. Daher setzen wir auch auf Bambusgeschirr und richtiges Besteck. Leider wird
uns dies regelmäßig gestohlen.“ Sie hat bemerkt, dass besonders am Monatsende viele Gäste die App nutzen. „Das Geld ist dann knapp. Viele Menschen in Neumünster haben kein Geld und sind auf günstige Lebensmittel angewiesen“, erklärt sie.
Weniger Verschwendung für die Betriebe bedeutet auch Ressourcenschonung für die Umwelt. Denn mit jedem Kilo nicht verzehrten Brotes werden 1000 Liter Wasser verschwendet. Bisher gibt es 27.133 Partnerbetriebe. Nummer 1 im Ländervergleich ist Frankreich, dort wird die App am meisten genutzt denn in Frankreich gibt es ein Anti-Food-Waste-Gesetz, das heißt Restaurants müssen für das weggeschmissene Essen zahlen. 18 Mio Mahlzeiten konnten so insgesamt erfolgreich gerettet werden und es werden jeden Tag mehr.