Nachhaltigkeit ist in aller Munde – TooGoodToGo

Essen retten, Geld sparen und die Welt verbessern – wie ein Start-up Lebensmittelverschwendung
reduzieren will…
In der EU werden jedes Jahr pro Person durchschnittlich 179 Kilogramm Lebensmittel
weggeworfen. Das macht insgesamt zirka 89 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr. Davon sind satte zehn Millionen Tonnen vermeidbare Abfälle. Viele gastronomische Betriebe haben regelmäßig überschüssiges Essen, denn Überproduktionen lassen sich oft nicht vermeiden. „TooGoodToGo“ – das ist die App, die bei der Nachhaltigkeit helfen soll. „Essen retten, Geld sparen und die Welt verbessern“, so lautet das Motto des ursprünglich aus Dänemark stammenden Konzepts und wurde 2015 von fünf Freunden in Kopenhagen gegründet. Mette Lykke leitet derzeit das Unternehmen. Das Startup ist inzwischen in neun europäischen Ländern vertreten, seit zwei Jahren auch in Deutschland. Die Nutzung dieser App ist kinderleicht. Zunächst lädt sich der interessierte Nutzer die kostenfreie App aufs Handy, nach der anschließenden Standorteingabe und bekommt er zugleich mehrere Restaurants und Partner gezeigt, die bereits bei dieser Aktion mitmachen. In Neumünster sind das beispielsweise Nordsee, Immergrün, oder die Kiss Bäckerei am Bahnhof. Einzige Beschränkung: es wird eine Abholzeit vorgegeben. Meist am Mittag oder am Abend vor Ladenschluss. Der Nutzer kauft das Essen über die App. Bezahlt wird per Paypal oder Kreditkarte. Bei Abholung bekommt er dann bis zu drei Artikel unter 4,00 Euro – ein Bruchteil vom eigentlichen Verkaufspreis.  Nordsee ist eines der Partner und beteiligt sich sogar deutschlandweit. Das Unternehmen zahlt dazu eine Jahresgebühr an „TooGoodToGo“. „Die App wird gut genutzt. Viele holen sich vor Ladenschluss noch Fischbrötchen und wir müssen weniger wegschmeißen“, freut sich Verkäuferin Michelle Hinz. Auch Immergrün in der Holsten Galerie ist dabei. Carmen Schlüter ist die Filialleitung und meint: „Unserem Unternehmen war Nachhaltigkeit schon immer wichtig. Daher setzen wir auch auf Bambusgeschirr und richtiges Besteck. Leider wird
uns dies regelmäßig gestohlen.“ Sie hat bemerkt, dass besonders am Monatsende viele Gäste die App nutzen. „Das Geld ist dann knapp. Viele Menschen in Neumünster haben kein Geld und sind auf günstige Lebensmittel angewiesen“, erklärt sie.
Weniger Verschwendung für die Betriebe bedeutet auch Ressourcenschonung für die Umwelt. Denn mit jedem Kilo nicht verzehrten Brotes werden 1000 Liter Wasser verschwendet. Bisher gibt es 27.133 Partnerbetriebe. Nummer 1 im Ländervergleich ist Frankreich, dort wird die App am meisten genutzt denn in Frankreich gibt es ein Anti-Food-Waste-Gesetz, das heißt Restaurants müssen für das weggeschmissene Essen zahlen. 18 Mio Mahlzeiten konnten so insgesamt erfolgreich gerettet werden und es werden jeden Tag mehr.

Bissee – ein Dorf wird zum Kunstwerk

Bissee, das ist ein idyllisch gelegenes Dorf ca. 20 km südlich von Kiel. Seit 1998 führt der Verein Skulptur in Bissee e.V. dort jährlich eine ganz besondere Ausstellung durch. Skulpturen werden dabei im Ort als auch in der Umgebung aufgestellt. Wer mag kann sie bei einem Spaziergang erkunden oder sich die Ausstellungsstücke in fachkundigen Führungen vorstellen lassen. Durchschnittlich werden jedes Jahr 20 bis 30 Arbeiten präsentiert. In diesem Jahr sind es 38 Standorte, die in Abstimmung mit den Künstlerinnen und Künstlern geschieht und so das jeweilige Werk optimal zur Geltung bringt. Die Ausstellung präsentiert sich in Form einer Landschaftsgalerie, erstreckt sich über das gesamte Dorf und ist dem Publikum frei zugänglich. Eröffnet wurde sie am 18. Mai im Rahmen einer großen Vernissage, unter anderem von Björn Engholm.
Das übergreifende Thema in diesem Jahr ist der Begriff „Metall“. Gewünscht waren Werke mit offenen Assoziationen zum Material, zu seinen Verarbeitungs- und Gebrauchsformen sowie zu allen seinen kulturellen Zuschreibungen. Dabei soll das ganze Spektrum der Kunst gezeigt werden und das ist gelungen. Vielfältig zeigen sich die Kunstwerke eingebettet ins dörfliche Erscheinungsbild. Bei dem einen oder anderem Ausstellungsstück muss genauer hingesehen bzw. gesucht werden. Zwischen Blumenbeeten erspäht der Besucher dann das Werk. Einige Stücke jedoch sind unübersehbar – wie zwei riesige Giraffen, die sich doch verblüffenderweise wunderbar in die norddeutsche Umgebung einfügen. Schweres Metall als Kontrast zu filigranen Vorgartenblüten.
Vor über 20 Jahren wurde der Verein mit dem Ziel gegründet, insbesondere norddeutsche und baltische Künstlerinnen und Künstler zu fördern. Kulturelle Aktivitäten sollten im öffentlichen Raum initiiert und unterstützt werden. Inzwischen hat sich der Verein einen festen Platz in der norddeutschen Kulturlandschaft erarbeitet. Im Laufe der letzten Jahre haben sich mehr als 160 Künstlerinnen und Künstler mit ihren Werken an Ausstellungen des Skulptur in Bissee e.V. beteiligt. Die Mitglieder des Vereins engagieren sich alle ehrenamtlich. Sponsoren unterstützen die Arbeit des Vereins finanziell und materiell.
Noch bis Mitte Oktober haben Besucher die Gelegenheit die Kunstwerke auf Feldern und in Gärten zu bewundern.

Skuplturenausstellung Bissee Juli 2019

Kindernähkurs: Mit der Nähmaschine zu mehr Selbstbewusstsein

Schon lange waren Dennis Bevensee die mangelnden Kinderangebote für finanzschwache Familien ein Dorn im Auge. „Zwar gibt es in Neumünter ein paar Aktivitäten aber oft nicht für kleines Geld und so werden finanziell schlechter gestellte Familien leider ausgeschlossen“, erklärt der Geschäftsführer von Miete dein Fach. Er selbst hat schon Arbeitslosengeld 2 bezogen und weiß wie schwer es ist seinen Kindern mit wenig Geld etwas zu ermöglichen.
Daher bietet er mit seinem Team seit Anfang Juni Nähkurse zum Selbstkostenpreis an. „Für die Kinder ist es wichtig ein Handwerk zu lernen, es stärkt ihr Selbstbewusstsein, fördert die Kreativität und Motorik“ erzählt er. Denn auch ihm hat dies schon geholfen. Er hat die Erfahrung gemacht, dass er beim Handwerken abschalten kann und auch an der Nähmaschine ist es egal, ob jemand arm oder reich ist. Es kommt nur auf die eigene Vorstellungskraft an.
Die monatlichen Kurse kosten 30 Euro. Damit werden die Materialkosten gedeckt. Es gibt dann vier Termine an denen bis zu sieben Kinder im Alter zwischen 7-14 Jahren in zwei Stunden lernen wie sie eine Nähmaschine bedienen, verschiedene Nähte durchführen und sich selbst etwas Schönes nähen können.
Was da entsteht – kann sich sehen lassen: „Die Kinder gehen hier mit ihren eigenen Kissenbezügen, Röcken, Kleidern und Turnbeuteln heraus“, freut sich Dennis Bevensee. „Wir haben eine enorme Resonanz erfahren und bereits viele Voranmeldungen.“ Unterstützung hat er durch die Nähhelferin Iris Clasen. Sie hilft ihm bei diesem ehrenamtlichen Angebot. Ihr gefällt nicht nur, dass sie ihr Wissen an die jungen Kreativen weitergeben kann sondern auch, dass das Angebot Mädchen und Jungen nutzen. Aber eine Bitte hat sie noch: „Wir haben viele Materialspenden erhalten, dennoch brauchen wir noch einige Nähmaschinen und würden uns über Spenden freuen.“ Wer das Angebot unterstützen möchte, kann dies direkt im Geschäft oder unter paypal – info@mietedeinfach.de tun. Das Team freut sich über jede Spende und hofft so noch viele Kindernähkurse durchführen zu können.

Ein Abend voll Kultur und Unterhaltung

Am Samstag den 25. Mai 2019 fand die 12. Kultournacht in Neumünster statt. In diesem Jahr luden 19. Kulturinstitutionen der Stadt zum Sehen, Hören und natürlich Genießen ein. Die Kultournacht begann um 18 Uhr. Alle Stationen hatten an diesem Abend bis Mitternacht geöffnet, so dass die Besucher genug Zeit hatten alles zu entdecken. An der selbstgewählten ersten Station entrichtete der Gast 5,00 Euro und erhielt dann freien Eintritt zu allen Kulturangeboten. Wer weniger gut zu Fuß war, der konnte den Shuttlebus nutzen.
Alle Stationen der Kultournacht präsentierten interessante Ausstellungen, kurzweilige Führungen, kreative Angebote oder spannende Programme für große und kleine Kunstflaneure. Im Museum für Tuch und Technik konnten die Zuschauer neben der Ausstellung ein Kurzkonzert des Samba-Batucada Ensembles der Musikschule erleben. Im Kaufhaus am Kleinflecken wurden die Arbeiten von Birte Bahr und Michael Müller ausgestellt. Dazu reichte Inhaberin Birte Maaser kulinarische Köstlichkeiten. „Schön so viele kulturbegeisterte Neumünsteraner zu sehen. Ich bin nun das zweite Mal dabei und es macht wirklich viel Spaß“, schwärmt Birte Maaser.
Die Vicelinkirche, das Cafe Fräulein Frida, der Weltladen, die VHS, die Galerie Dekorat und Viele mehr sorgten für einen wunderbar interessanten und vielfältigen Abend im Namen der Kultur. Im Klanggarten des Kulturlabors im KDW konnte man unteraktive Klang(t)räume erkunden. Dort hatten die Besucher die Möglichkeit Teil der Ausstellung zu werden. Auch im Kontraste war Interaktion gefragt. Bei „pimp my art“ „renovierten“ Renate Basten und Jürgen Baum im Zusammenspiel mit den Anwesenden auf Zuruf alte mitgebrachte Bilder der Zuschauer.
„Hier ist für Jeden etwas dabei. Neumünster hat kulturell doch mehr zu bieten als man glaubt“, findet Martina Görner aus Gartenstadt, die an diesem Abend mit einer Freundin unterwegs war und vom Ambiente her den Skulpturenpark Gerisch favorisierte. An diesem Abend konnten sich die Interessierten durch Neumünsters Straßen treiben lassen und Kunst in entspannter Atmosphäre erleben.

Kunst in Aktion: Jürgen Baum und Renate Basten (rechts) gestalteten von den Gästen mitgebrachte Bilder um

Musik und schwere Maschinen: Samba-Ensemble Tocando sorgten für gute Stimmung

„Mathematik zum Anfassen“

Professor Albrecht Beutelspacher der Justus-Liebig-Universität Gießen zeigte im Museum Tuch und Technik, dass Mathematik durchaus spannend ist.
„Technisch gesehen ist ein gutes mathematisches Experiment höchst einfach, im besten Fall ist es jedoch der Anstoß, ein enormes geistiges Potential zu entfalten, denn es geht um die Konzentration auf das Wesentliche“, so Beutelspacher. Wer das ausprobiert, entwickelt Vorstellungen, bekommt Einsichten. Professor Albrecht Beutelspacher, Gründer des Mathematikums Gießen, zeigte bei seinem sehr unterhaltsamen Vortrag, dass sich die Faszination der Mathematik auch im Umgang mit realen Objekten und Experimenten zeigt. Dazu führte er einige Experimente live durch und erläuterte den 90 interessierten Zuschauern, dass sich viele mathematische Körper auch in unserem Alltag wiederfinden.
Während sich vor 2000 Jahren Platon und Pythagoras mit dem Schönen und Regelmäßigen beschäftigten, blieben davon einige Formen und Körper in unserer heutigen Zeit bestehen.
Er zeigte beispielsweise wie leicht sich das Prinzip der Tetraeder darstellen lässt und stellte verblüffende Rechenweisen der Dezimalzahlrechnung, wie die vedische Mathematik, vor.
Die Zuhörer konnten alles gut nachvollziehen. „Spannend und gut verständlich“, findet Miriam Klose die Experimente. Die 30jährige arbeitet zwar als Krankenschwester, dennoch hat sie schon immer großes Interesse an mathematischen Zusammenhängen und war hellauf begeistert. Der Vortrag gehört zum Rahmenprogramm der Ausstellung „Mathematik zum Anfassen“, die von der NORDMETALL-Stiftung gefördert wird. „Ihr Gehirn weiß die Antwort bereits, lassen Sie sich darauf ein“, so Beutelspacher und zeigte wie greifbar und verständlich Mathematik sein kann. Die Ausstellung selbst läuft noch biszum 25. August.
 

Der Schwan ist zurück!

Neumünsters Wahrzeichen erstrahlt wieder in neuem Glanz auf dem Teich. Am Freitag, 5. April, hievte ein Kran der Firma Strahltechnik Guder den Schwan unter der Aufmerksamkeit einiger Schaulustigen wieder vorsichtig auf seine gewohnte Position. Der letzte Sturm im März hatte dem Vogel schwer zugesetzt. „Ein Flügel war gebrochen und er musste dringend gereinigt werden“, erklärt Eva Manke, Assistentin des Citymanagements. Der Sturm hatte den Schwan damals bis an die Brücke gedrückt. Das war kein schöner Anblick mehr. Nach der einmonatigen Reparatur durch die Firma Guder kehrt er nun zurück und steht auch weiterhin für die Schwalestadt. Elektromeister Matthias Looft schwang sich dazu beherzt in die Neonprenhose und stieg in den Teich. Dort positionierte er den Schwan auf dem 100 Kilo schweren Ponton und richtete die Gewichte aus, um anschließend die Lichtanlage anzuschließen. Angelehnt an das Stadtwappen verkörpert der Schwan unsere Stadt. Die Kosten der Reparatur übernahm Armin Guder. Er spendete diese sozusagen und meint:„Wir wohnen und leben hier in Neumünster. Man muss doch etwas Fröhlichkeit, Entspannung und Lust in die Stadt bringen. Das möchte ich hiermit tun.“ Da echte Schwäne nie wirklich hier heimisch geworden sind, wird nun der Aluminiumschwan wieder auf dem Teich leuchten und auch fortan das Stadtbild prägen.

“Ausgezeichnetes Engagement” – ZONTA Club vergibt Young Women in Public Affairs Award

“Ausgezeichnetes Engagement”
ZONTA Club vergibt Young Women in Public Affairs Award/Förderpreis für engagierte Neumünsteranerin
Jedes Jahr vergibt der ZONTA Club Neumünster in einem besonderen Rahmen den „Young Women in Public Affairs Award“. Am Dienstag, den 13. März, war es wieder soweit und der Preis wurde in der Aula der Theodor Litt Schule vergeben. Nach einer kurzen aber herzlichen Begrüßung durch die Zonta-Präsidentin Susanne Sparka und einer musikalischen Einstimmung durch Joseline Gewarda-Popp und Olivia Wuttke von der Musikschule wurden die 3 Bewerberinnen: Alice Hakimy, Jule Krampen und Hannah Katharina Wittmaack dem Publikum vorgestellt. Im Anschluss gab es eine weitere sehr gute musikalische Darbietung der Musikschüler und die 40 Gäste erwarteten gespannt die Entscheidung.
Ziel der Auszeichnung ist es, den Einsatz junger Frauen im Alter von 16 bis 19 Jahren anzuerkennen und sie anzuspornen, sich auch in Zukunft im öffentlichen Leben, in der Politik oder in gemeinnützigen Organisationen einzusetzen. Der Wettbewerb richtete sich an Schülerinnen der weiterführenden Schulen, die einen höheren Schulabschluss oder den Abschluss einer schulischen oder betrieblichen beruflichen Ausbildung anstreben und ehrenamtliche Tätigkeiten für die Allgemeinheit ausüben, sich um internationales Verständnis bemühen und sich Gedanken über die Stellung der Frauen in ihrem Land und der Welt machen. Diesmal ging der mit 500,- Euro dotierte Preis an Alice Hakimy. Die 16jährige Neumünsteranerin erhielt die Auszeichnung für ihr ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Bereichen. Die Schülerin engagiert sich beispiellos als Gründungsmitglied der Grünen Jugend Neumünster, als Nachhilfelehrerin für DaZ-Schüler und beteiligt sich an der AG Model United Nations. Außerdem sitzt sie im Kinder- und Jugendbeirat der Stadt und plant bereits neue Projekte zum Thema Müllminimierung in Neumünster. Sie kommt nun als Preisträgerin in die internationale Ausscheidung. Alice Hakimy möchte das Preisgeld in Bücher investieren: „Ich lese zur Zeit gerne Thriller und neurologische Fachbücher.“ Denn Neurologin ist einer ihrer Berufswünsche. Mit der Auszeichnung hat sie nicht wirklich gerechnet „Alles kommt doch sehr überraschend“, freut sich die junge Frau. „Ich mache diese Arbeit aber nicht, um ausgezeichnet zu werden – ich tue das gerne sowie aus Überzeugung und werde weitermachen“.

BU3: Strahlende Sieger: von li. Susanne Sparka (Präsidentin/Zonta Club Neumünster), Hannah Katharina Wittmaack, Jule Krampen, Alice Hakimy (1. Preis) und Anneke Schröder-Dijkstra (Zonta Club)
 

Mit „Miete Dein Fach“ – zurück ins Arbeitsleben

Neueröffnung in der Holstenstraße / Dennis Bevensee trägt mit neuer Geschäftsidee zur Innenstadtbelebung bei
Miete dein Fach – der Name ist Programm. Dahinter steckt das neue Geschäft von Dennis Bevensee, der am 2. März in der Holstenstrasse 6 die Eröffnung feierte. Doch der Weg dorthin war schwer. Mit diesem Geschäft kämpft sich der 31 jährige Vater wieder zurück ins Arbeitsleben, nachdem dem er durch seinen letzten Job als LKW-Fahrer in das Burnout geriet. „Damals suchte ich mir Hilfe und kam dann durch eine Ergotherapie dazu mit Holz zu arbeiten“, erklärt er. Er dachte bis zu diesem Zeitpunkt, dass er zwei linke Hände hätte. Doch da täuschte er sich. „Schließlich konnte ich sogar auf dem Handwerkermarkt meine Produkte verkaufen“, erzählt der junge Unternehmer. „Ich hatte früher zusammen mit meiner Mutter einen Laden in Neumünster. Eigentlich wollte ich immer mein eigenes Geschäft haben“, schwärmt er. Im letzten Dezember kam ihm dann die Idee zu dem Dienstleistungsgeschäft, da eine Bekannte einen ähnlichen Laden auf Borkum hat. Bereits im Januar mietete er die Räume in der Holstenstraße an.
Das Konzept stammt ursprünglich aus Skandinavien und erfreut sich mittlerweile auch hier immer größerer Beliebtheit. Vermietet werden einzelne Fächer bis zu ganzen Regalen. Eine Mindestmietzeit beläuft sich auf eine Woche ab 4,95 EUR. Maximal bietet er die Miete bis zu einem Jahr an. Hier wird Handgemachtes angeboten. Von der Tasche über Keramik, Seifen, Holzdekorationen und Vieles mehr. Dazu gibt es noch eine Abteilung für Second Hand. Als Besonderheit bietet Dennis Bevensee jedoch noch ein Regal für Spenden an. Dort können alle Interessierten etwas spenden. Der Erlös geht dann an soziale Projekte in Neumünster.
Dennis Bevensee hat sich mit „Miete Dein Fach“ seinen Traum von der Selbständigkeit erfüllt und trägt nicht nur zu Belebung der Innenstadt bei sondern hat mit der Unterstützung durch seine Familie für sich auch selbst wieder einen Weg ins Leben gefunden.

„Sie will Ihnen an die Wäsche“ Großer Aufruf an die Neumünsteraner/ Künstlerin plant ein interaktives Projekt

Danijela Pivašević-Tenner arbeitet bereits seit 10 Jahren im Künstlerhaus. Neben der Betreuung der Kunststipendiaten, präsentiert sie auch immer wieder ihre eigenen Werke.
Erst im Herbst erhielt die Künstlerin in Slowenien bei der „International Ceramic Triennial UNICUM 2018“ den Recognition Award für ihre Arbeiten.
Nun möchte sie ein neues Kunstprojekt starten und braucht die Mithilfe der Neumünsteraner.
„Es soll eine große Installation im Museum für Tuch und Technik werden, daher brauche ich alte Kleidungsstücke, Bettwäsche oder Gardinen. Je mehr desto besser“, meint die Künstlerin.
Sie möchte im neuen Projekt Textilien mit Keramik verbinden. Dies beruht auch auf ihrer ersten Ausbildung zur Diplom Textildesignerin. Die Materialien sind kontrovers und der Reiz liegt im Widersprüchlichen. Kleidung ist lebendig und formbar, Keramik ist eher eigenwillig und braucht im Prozess viel Geduld. Aber diesen Mix mag sie sehr.
Danijela Pivašević-Tenner verbindet mit ihrer Kunst oft Alltagsobjekte mit Keramik. Sie möchte zum Nachzudenken anregen. Dabei soll es darum gehen, wie man mit bestimmten Dingen umgeht und die Fragestellung: welches Objekt für uns welchen Wert und welche Funktion hat.
Dabei wählt sie oft einen humoristischen Ansatz, um Menschen anzusprechen und einen Zugang zum Objekt aufzubauen. Sie erklärt, dass man sich so im Nachhinein viel besser auf ernste Themen einlassen kann und meint: „Kunst soll nicht nur schön sein sondern schließlich auch etwas bewegen.“
Wer sich an diesem Projekt beteiligen möchte, der kann die Kleidung ab sofort zu den Öffnungszeiten von Dienstag bis Freitag 10:00-16:00 Uhr oder samstags von 10:00-12:00 Uhr in der Stadttöpferei im Fürsthof 8 abgeben. Bewundern kann man dann das Werk am 26.4.2019 zur Eröffnung im Museum für Tuch und Technik.

„Musikalische Reise nach Bethlehem“ – Stimmungsvolles Weihnachtsoratorium in der Anscharkirche

Ein Chor, ein Orchester, etwas Weihnachtsdekoration und eine Kirche – mehr brauchte es am vergangenen Freitag nicht, um das Publikum in eine vorweihnachtliche Stimmung zu versetzen.
„Eine Reise nach Bethlehem“, so heißt das selbst komponierte Stück von Hans-Georg Wolos.
Gespannt warteten die 280 Gäste auf den Auftakt des weihnachtlichen Oratoriums. Hans-Georg Wolos, seit vielen Jahren aktiver Musiker und Chorleiter des Holstein-Chores in Neumünster, schrieb die Vertonung mit geistlicher Handlung 1993 und erweiterte diese sechs Jahre später. Dabei entnahm er den Text aus der Bibel und schnitt die komponierte Musik passend für den Chor zu. Die Komposition ist im Stil der alten Meister geschrieben, das heißt es handelt sich hier um ein klassisches Musikstück.
Für die Aufführung in der Anscharkirche konnte er u.a. Christina Patten als Engel verpflichten. Die Neumünsteraner Sängerin hat zwar schon bei bekannten Musicalproduktionen mitgewirkt, dennoch ließ sie es sich nicht nehmen auch bei dieser Aufführung wieder dabei zu sein.
Ebenfalls mit einer Rolle besetzt, wurde der gebürtige Neumünsteraner Opernsänger Tim Stekkelies, der schon im Theater Regensburg als Papageno in Mozarts Zauberflöte glänzte.
Des Weiteren wirkten Kim Schrader (Tenor), die Anne-Beke Sontag (Alt) und Christiane Mikoleit (Sopran) mit. Das Orchester setzte sich aus Freunden und Bekannten der Familie Wolos zusammen.
„Wir bedanken uns herzlich über die tolle Unterstützung und auch über die Spenden, ohne die das Vorhaben nicht möglich gewesen wäre“, freut sich Brigitta Wolos.
Nach einem Grußwort der Pastorin Angelika Doege-Baden-Rühlmann begann das Weihnachtsoratorium mit kraftvollen Chorstücken, dem folgte ein Rezitativ sowie Solo- und Schlussgesängen. An diesem Tag gab es zwei Vorstellungen, da so viele Karten verkauft wurden. Viele Zuschauer wollten dem hektischen Vorweihnachtsstress für einige Stunden entfliehen und stattdessen lieber anmutigen Liedern und harmonischen Klängen lauschen. Abschließend meint Brigitta Wolos, die während der Aufführung selbst an den Pauken stand: „Mein Mann hat sich mit dieser Komposition viel Mühe gegeben. Es ist ein Stück vom Herzen für das Herz und ich hoffe, dass hat man gemerkt.“