Mittwochs-KiNO im KDW: »Sita Sings the Blues«

15. Juni, 20 Uhr: Das Mittwochs-KiNO im KDW, Waschpohl 20 in Neumünster, zeigt am Mittwoch, dem 15. Juni um 20 Uhr »Sita Sings the Blues«. Der Eintritt ist frei.
Der Animationsfilm ist ein kleines Meisterwerk – geschrieben, produziert und animiert von der amerikanischen Comiczeichnerin Nina Paley – in der das indische Nationalepos »Ramayana« als Blues-Musical neu erzählt wird. Darin wird die Geschichte der Sita, einer Gottheit aus dem »Ramayana«, mit der Geschichte einer Frau von heute verknüpft, die gerade von ihrem Mann verlassen wurde – es ist Nina Paleys eigene Trennungsgeschichte. Sie kombiniert dazu auf großartige Weise die verschiedensten Techniken vom klassischen Zeichentrickfilm bis zur computergenerierten 3-D-Animation und verbindet für den Soundtrack traditionelle indische Musik mit den Hits von Annette Hanshaw (1901–1985), einem fast schon vergessenen Jazz-Star der 1920er Jahre.

Selbst US-Filmkritikerlegende Roger Ebert war begeistert. Und am Ende ist es auch Eberts Einfluss zu verdanken, dass wir den Film zeigen können. Nina Paley musste nach anfangs noch horrenderen Forderungen nur noch einen Kredit über 50.000 US-Dollar aufnehmen, um die Plattenfirmen zu bezahlen, die immer noch die Rechte an Annette Hanshaws wunderschönen Songs besitzen, ohne die dieser Film gar nicht denkbar wäre. Nina Paleys Irrtum war anzunehmen, dass die Lieder mittlerweile alle gemeinfrei, Public Domain, wären.
Mittlerweile konnte sie diesen Kredit durch Spenden wieder auflösen und die Welt ist so um einen wunderschönen Film reicher, den Frau Paley unter eine Creative Commons Share Alike-Lizenz stellte.
Diesen Film sollten Sie sehen, in dem nicht nur das indische Nationalepos Ramayama nach feministischer Lesart quasi als Sitayama neu erzählt und das Ideal einer treuen und moralisch untadeligen Ehefrau mit Witz demontiert wird. Neben einem guten Schuss Romantik sorgen darin u. a. eine kämpfende Affenarmee, ein lüsterner zehnköpfiger König, ein Guru-Ballett und ein steppender Fred-Astaire-Mond für Action und beste Unterhaltung .
»The Revolution Will Be Animated« – Über die Entstehung von »Sita Sings the Blues«:

The Revolution Will Be Animated from Marine Lormant Sebag on Vimeo.

*Das KDW am Waschpohl 20 in Neumünster ist das nicht-kommerzielle Kultur- und Veranstaltungszentrum des Kulturverein Dada e. V.

Mittwochs-KiNO im KDW: »Willkommen zuhause«

8. Juni, 20 Uhr: Im Mittwochs-KiNO zeigt das KDW heute den aktuellen Dokumentarfilm »Willkommen Zuhause«. Im Fokus steht die Situation aus Deutschland abgeschobener Flüchtlinge im Kosovo. Als Gast wird ein Vertreter vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein aus Kiel anwesend sein und für Fragen zur Verfügung stehen.

Willkommen Zuhause Trailer from cinemanda on Vimeo.

In den 1990er Jahren flüchteten viele Menschen vor den Kriegswirren im ehemaligen Jugoslawien und fanden bei uns ein neues Zuhause. Die Landkarte im südöstlichen Europa hat sich seitdem extrem verändert. Und nicht jeder der Zuflucht fand, kann und will dorthin zurückkehren. Eine Sicherheit in Deutschland bleiben zu können gibt es aber für diese Menschen bis heute nicht. Duldung nennt sich dieser temporäre Aufenthaltsstatus im Amtsdeutsch, und Abschiebung wenn die Polizei vor der Tür steht. Menschliche Tragödien spielen sich ab wenn Freunde oder auch Familien gegen ihren Willen getrennt werden. Besonders prekär sieht die Situation für die Minderheit der Roma aus. Was erwartet sie nach einer Abschiebung? Und wie erleben Kinder und Jugendliche ein Land, das sie zuvor nie gesehen haben?
Am 14. April 2010 wurde schließlich das Rückübernahmeabkommen zwischen Deutschland und Kosovo unterzeichnet. Seitdem finden zunehmend Abschiebungen von aus dem Kosovo stammenden Roma statt. In den Flugzeugen sitzen Menschen, die meistens seit über zehn Jahren in Deutschland leben und nun im Kosovo ihre Heimat finden sollen. Wie gelingt es jemandem, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, sich in einem fremden Land zu Hause zu fühlen, ohne dass er die Sprache beherrscht, ohne die Möglichkeit, die Straße in Ruhe und Sicherheit zu betreten? Wie viele Träume und Hoffnungen bleiben da noch übrig? Und wie fühlt man sich, wenn 40 Polizisten mitten in der Nacht an der Tür klingeln mit der Ankündigung: »Ihr habt 30 Minuten Zeit, eure Sachen zu packen.«?
Der Film ermöglicht einen Einblick in das Leben abgeschobener Roma im Kosovo und solchen, die in Deutschland von der Abschiebung bedroht sind.
Keines der abgeschobenen Kinder besucht die Schule; meistens übernachten alle Familienmitglieder in einem Raum; medizinische Versorgung ist den Roma nur schwer zugänglich; die wenigsten besitzen ein Bad, und sogar fließendes Wasser in der Toilette zählt zum Luxus. Hier wie dort können die Roma nachts nicht ruhig schlafen. In Deutschland, weil sie jede Sekunde mit der Abschiebung rechnen, im Kosovo vor lauter Heimweh nach Deutschland – und aus Angst vor rassistischen Übergriffen.
Das KDW am Waschpohl 20 in Neumünster ist das nicht-kommerzielle Kultur- und Veranstaltungszentrum des Kulturverein Dada e. V.

2. Internationales Sommerfest auf dem Postparkplatz

4. Juli, ab 14 Uhr: Der Verein für Toleranz und Zivilcourage veranstaltet gemeinsam mit dem Bündnis gegen Rechts Neumünster zum 2. Mal ein Internationales Sommerfest unter Beteiligung von örtlichen Verbänden, Initiativen, Parteien und Gewerkschaften auf dem Postparkplatz in der Friedrichstraße, gegenüber der AJZ.
Das Sommerfest soll einmal mehr ein Treffpunkt sein für die politisch interessierte Öffentlichkeit, aber auch ein Ort der Begegnung, der die kulturelle und die demokratische Vielfalt in dieser Stadt darstellen, sie feiern und befördern soll und damit auch ein Zeichen setzt gegen rechtsextreme und völkische Einfalt.
Ab 14 Uhr bieten Infostände aller Art die Möglichkeit zur Begegnung und zum Gedankenaustausch, etwa mit der SPD, den Grünen, der Linken, DKP und VVN, dem Weltladen, der türkischen Gemeinde, dem alevitischen Kulturverein, der Aktion Jugendzentrum u. v. a. m.
Es gibt – zu kleinen Preisen – zu Essen und Trinken: u. a. Cocktails (auch alkoholfrei), Tee, Kaffe und Kuchen und z. B. brasilianische Spezialitäten, Falafel und die vegane Volksküche.
Neben Aktivitäten und Spielen für Kinder und Jugendliche, etwa der beliebte Open-Air-Kicker, wird von den Veranstaltern auch ein interessantes Bühnenprogramm geboten.
Nach Folklore und Tanz (dazu stehen die Künstler leider noch nicht fest) werden ab 16 Uhr folgende Gruppen auftreten:
Bumskopp, klingendes und schwingendes Jazz-Quartett in der Besetzung Holger Lutzer (Bass), Christopher Behrmann (Gitarre), Christian Dröse (Drums) und Arne Gloe (Akkordion)
Robinson Krause, gutaussehender Punk und Ska aus Hamburg.
EMILY, Punkrock aus Ellerdorf.
Capsaicin, Funk und Groove aus Neumünster.
Ein wichtiger Hinweis: Nicht eingeladen sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind; ihnen wird der Zutritt zur Veranstaltung verwehrt oder sie werden des Platzes verwiesen.

Über Geld & Kapital: Ein Abend mit Rolf Becker

5. Juni, 19 Uhr: Unter dem Motto »Hier wird Geld verdient« lädt der Verein für Toleranz & Zivilcourage heute Abend ein, mit dem bekannten Schauspieler Rolf Becker auf einen literarischen Streifzug zur Entwicklung von Geld und Kapital zu gehen; von Aristoteles über Sophokles, Shakespeare und Goethe bis Elfriede Jelinek.
Rolf Becker
Rolf Becker, 1935 in Leipzig geboren, wuchs in Schleswig-Holstein auf. Er ist in der Friedens- und Antifabewegung aktiv, steht nach wie vor auf der Bühne und kommt heute Abend von Dreharbeiten nach Neumünster.
Ort: DGB-Haus, Carlstr. 7. Der Eintritt ist frei.
Aber: Nach §6, Absatz 1 des Versammlungsgesetzes sind Mitglieder von Republikanern, DVU, NPD, »Freien Kameradschaften« und anderen extrem rechten bzw. faschistischen Vereinigungen, Organisationen und Personengruppen von dieser Veranstaltung ausgeschlossen. Zudem wird sich das Recht vorbehalten Personen auch direkt vor Ort auszuschließen.

Insiderbericht: Undercover gegen Nazis

15. Mai; 19 Uhr: Als jugendlicher Skinhead begibt sich Jörg Welzer zwei Jahre lang in die harte Neonazi-Szene, um diese zu bespitzeln. Seine Informationen reicht er an antifaschistische Gruppen weiter. Heute ist der 43-jährige Historiker, Sozialarbeiter und Bildungsreferent.
Welzer wird im DGB-Haus über seine Erfahrungen mit Nazis und über praktische Antinazi-Arbeit erzählen. Er wird über rechtsextreme Musik sprechen, über geheime Codes aus der Nazi-Szene informieren und darüber berichten, wie und wo Nazis versuchen Jugendliche zu rekrutieren. Es wird aber auch ein Ausblick gewagt: Warum ist die Gesellschaft anfällig für rechten Extremismus und wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die in der Lage ist, diese Anfälligkeit abzulegen?
Eine Veranstaltung der Neumünsterschen Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten mit Unterstützung der Rosa Luxemburg-Stiftung Schleswig-Holstein
Ort: DGB-Haus, Carlstr. 7. Der Eintritt ist frei.
Aber: Nach §6, Absatz 1 des Versammlungsgesetzes sind Mitglieder von Republikanern, DVU, NPD, „Freien Kameradschaften“ und anderen extrem rechten bzw. faschistischen Vereinigungen, Organisationen und Personengruppen von dieser Veranstaltung ausgeschlossen. Zudem wird sich das Recht vorbehalten Personen auch direkt vor Ort auszuschließen.

»in process«: Minimal Music in der Stadthalle

26. Januar, 20 Uhr: 1985 gründete sich das Ensemble in process mit dem Ziel, »Minimal Music« vorzuspielen und weiter zu entwickeln. Dazu schreibt uns das Kulturamt der Stadt Neumünster, die die vielköpfige Gruppe aus Jazz-, Klassik- und Avantgarde-Musikern für heute Abend in die Stadthalle verpflichtete: »Steve Reich, La Monte Young, Terry Riley und Philip Glass sind die Wegbereiter einer Musikrichtung, deren Name aus der Kunst – Minimal Art – auf die Musik übertragen worden ist. ›Minimal‹ sind die Mittel, ›maximal‹ die Resultate.«
Und die sind spannend; repetetiv, schräg, melodisch. Aber hören Sie selbst, wir haben hier drei Beispiele für Sie.
»Mensch & Maschine« vom Komponisten und Ensembleleiter Ulli Götte:
[audio:http://www.minimal-music.com/media/musik/MenschMaschine.mp3]
«African Suite Part I« (U. Götte):
[audio:http://www.minimal-music.com/media/musik/AfricanSuiteI.mp3]
»Frontières« (U. Götte):
[audio:http://www.minimal-music.com/media/musik/Frontieres.mp3]
Wieviel der Eintritt kosten wird, das schrieb uns das Kulturamt leider nicht.
Karten im Vorverkauf gibt es im Kulturbüro, Brachenfelder Str. 45 (Alte Holstenbrauerei), Telefon 42199

Ann Gysen Duo im Fürsthof

22. Januar, 21 Uhr: Die monatliche Jazzsession im Fürsthof eröffnen heute die Sängerin Ann Gysen und der Gitarrist Frank Becker. Die beiden wollen als Ann Gysen Duo Jazzstandards und unerhörte Raritäten erfrischend neu interpretieren.
Weil wir keine Aufnahme von dem Duo parat haben gibt es hier einmal mehr die folgende Aufnahme der Ann Gysen Band zum einswingen:
[audio:http://mondfish.net/jazzsession/LoudBlog/get.php?web=jazzsession-2008-02-19-76541.mp3]
Und wer sich daran nicht satt hören kann: Es steht auch eine 40 Megabyte große Aufnahme des Auftritts der Ann Gysen Band vom 17. April 2008, ebenfalls im Fürsthof, als Jazzsession Podcast zum Download online.
Die Jazzsession findet wie immer in der Kneipe Fürsthof, Ecke Großflecken 43 statt. Der Eintritt ist frei.

Bordesholm: Soundbehörde

24. Oktober, 20.30 Uhr: Die Soundbeamten von der Kieler Förde, die Soundbehörde spielen heute im Bordesholmer Savoy auf. Der Veranstalter schreibt uns: »Wer bei dieser Mischung nicht zumindest mit den Beinen wippt, traut sich nur nicht. Natürlich ist alles schon mal irgendwie da gewesen. Einige mögen da an Fanta 4, Fettes Brot, Jazzkantine oder auch Lecker Fischbrät denken.«
Wie sie klingt, die Spaßbehörde, das findet man auf ihrer Myspace-Webseite myspace/soundbehörde heraus oder gleich hier:
[audio:http://www.track4.de/agentur/mp3s/download/44027/Soundbehoerde.mp3]
Eintritt: 7 Euro, 5 Euro im Vorverkauf im Buchladen Roswitha Köstlin, Holstenstr. 69 in Bordesholm

Kriminaltheater in der Stadthalle

31. Oktober, 20 Uhr: Krimizeit in der Stadthalle: In dem Stück »Vor dem Frost« wird ein Kalb bei lebendigem Leib verbrannt, und sechs brennende Schwäne sind über dem Marebo-See gesehen worden. Frauen verschwinden, eine Amerikanerin wird in der Kirche gekreuzigt aufgefunden und ein Lastwagen voll Dynamit lässt den Dom von Lund in Flammen aufgehen. Kommissar Wallander und seine Tochter ermitteln in dieser Aufführung des Berliner Kriminaltheaters
Eintritt: 13 Euro
Kartenvorverkauf: Kulturbüro, Telefon: 04321 942 33 16 und 04321 42199 oder per Mail an kulturbuero@neumuenster.de
TV Berlin berichtete bereits über diese Inszenierung des Kriminaltheaters: